Turbulenter Tag [Update]
[Update] Offensichtlich ist wirklich ein bisschen mehr passiert. So gab es eine Farbbeutelattacke auf das Haus des Chefs der Ausländerbehörde, außerdem brannte ein Fahrzeug der Firma Dussmann, die mit Essenslieferungen an Asylbewerberunterkünften ihr Geld verdient. Berichtet auf jeden Fall die Mopo, die diese Meldung auch gleich mal auf ihre Titelseite genommen hat.
Der Innensenator, der gerade noch im taz Interview zugab, dass die Abschiebepolitik der Stadt Hamburg in der Vergangenheit nicht in Ordnung war, packt jetzt die Gewaltkeulte aus und fordert eine Distanzierung von Gewalt von Seiten des Camps und droht mit einer Polizei, die sich auf die Situation eingestellt habe. Ja, die übliche Gewaltdebatte. Wer wie so manche antirassistische AktivistIn mal Flüchtlinge auf die Ausländerbehörde begleitet hat weiß, dass im ganzen System eine Gewalt gegen AusländerInnen existiert, die wesentlich mehr zerstört als nur eine Fensterscheibe. Unsere Pressegruppe hat das auch noch mal aufgeschrieben.
Währenddessen geht der Aufbau des Camps voran, auch wenn die armen Leute, die hier den Kontakt zu den Behörden halten müssen, ziemlich gestresst sind. Wie das halt ist mit der Bürokratie. Nichts funktioniert, niemand darf entscheiden, mensch wird von A nach Z und zurückgeschickt und am Ende sind einmal gemachte Zusagen doch nie gemacht worden. Dennoch: Unsere Leute setzen sich durch, die leicht zu durchschaubare Strategie der Stadt, uns Steine in den Weg zu legen wo möglich, geht nicht auf. Wir machen unser Camp, und es wird grandios.
